Arcadia Vita GmbH

Im Kurpark 1

34308 Bad Emstal

 

Physiotherapie-Praxis

am Mineral-Thermalbad

Im Kurpark 1 A

34308 Bad Emstal

 

Tel. 05624 - 7 90 90 55

 

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag von 8 - 19 Uhr

und nach Vereinbarung

"Therapeuten können keine Wunder vollbringen, für den Erfolg muss man schon selbst etwas tun. Aber wenn man will, bekommt man unglaublich viele Anregungen und Hilfe..."

Physiotherapie

Allgemeine Krankengymnastik

In der Krankengymnastik behandeln wir Sie befundorientiert an Ihren akuten und chronischen Schmerzen. Wir analysieren und interpretieren Schmerzzustände, sensomotorische Funktions- und Entwicklungsstörungen und reagieren mit spezifischen manuellen und anderen physiotherapeutischen Techniken.

Wir versuchen Ihre Schmerzen zu lindern, die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des Körpers zu erhalten, zu verbessern oder wiederherzustellen.  Letztendlich zielt die Behandlung auf einen eigenverantwortlichen Umgang mit dem eigenen Körper ab und soll helfen, Ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

Unsere KG ist vielseitig und kann mit den verschiedensten Therapieansätzen aufwarten. Von klassisch physikalischer Therapie bis zur Manuellen Therapie und Faszientherapie haben wir bei Arcadia Vita Einiges zu bieten. 

Wir behandeln Erkrankungen aus folgenden medizinischen Bereichen:

  • Orthopädie
  • Chirurgie
  • Rheumatologie
  • Neurologie
  • Innere Medizin
  • Pneumologie
  • Onkologie
  • Gynäkologie/Urologie
  • Geriartrie
  • Pädiatrie 

Manuelle Therapie

Manuelle Therapie (MT) bedeutet mit den Händen zu untersuchen und zu behandeln, was schon vor einigen Tausend Jahren praktiziert wurde und somit zu den ältesten Heilmethoden gehört.

Sri Krishna streckt den deformierten Rücken der gläubigen Kubja, indem er stehend ihre Füße fixiert und sie am Kinn empor zieht.
Sri Krishna streckt den deformierten Rücken der gläubigen Kubja, indem er stehend ihre Füße fixiert und sie am Kinn empor zieht.

Ein Charakteristikum der MT ist die Separation (= Trennen) der Gelenkpartner durch Traktion (= Zug), welche in vielen Darstellungen alter Medizin zu erkennen ist. So z.B. in einer der ältesten Abbildungen aus Indien (ca. 3500 – 1800 v. Chr.):Die in der Physiotherapie zur Anwendung kommende Manuelle Therapie hat sich in den letzten Jahrzehnten aus der Osteopathie und Chiropraktik heraus entwickelt und ist durch einen ganzheitlichen Ansatz geprägt. Sie stellt eine Spezialisierung innerhalb der Physiotherapie dar und darf nur von dafür speziell ausgebildeten Physiotherapeuten durchgeführt werden.

 

Akute und chronische körperliche Dysfunktionen bzw. Funktionsstörungen werden durch eine umfassende Anamnese und systematische Untersuchung (Differenzierung der anatomischen Strukturen) lokalisiert, dokumentiert und strukturspezifisch mit den effektivsten Behandlungsansätzen zielgerichtet therapiert.

 Diese Behandlungsansätze sind:

  • Information/Aufklärung (Schmerzmanagement und Heilungsverlauf/Prognose)
  • beweglichkeitsfördernde und -begrenzende Maßnahmen (Mobilisation + Stabilisation)
  • Stärkung der Eigenverantwortlichkeit durch individuelles Training (Eigenübungsprogramm)

Grundlage dieser Behandlung sind gezielte Handgriff- und Mobilisationstechniken sowie spezielle Funktionstests, bei denen Bewegungsstörungen erkannt und beseitigt werden, die zu verschiedensten Symptomen und Schmerzzuständen führen können. 

Bevor ein individueller Behandlungsplan festgelegt wird, untersucht der/die Manualtherapeut/in die Gelenkmechanik inkl. des Knorpels und Kapsel-Band-Apparates auf Mobilitätsveränderungen (Hypo-/Hypermobilität), die Muskelfunktion sowie Koordination und Qualität der Bewegungen und weitere umliegende Strukturen wie Nerven (neurodynamische Tests) und Gefäße. 

Mit Hilfe von auf das Gewebe angepassten Gelenk- und Weichteiltechniken – teilweise unter Einsatz sogenannter Fixationsgurte - werden Gelenkblockaden und Verklebungen der myofaszialen und anderen bindegewebigen Strukturen gelöst und Spannungsstörungen (Hypo-/Hypertonizität) des Gewebes reguliert.

Während bzw. nach jeder Behandlung wird mittels Kontrolltests bzw. einer Rebefundung der Behandlungserfolg überprüft, um die Behandlung gegebenenfalls anzupassen.

Durch ein individuell erstelltes Übungsprogramm werden Faszien, Muskeln, Sehnen und Bänder koordinativ geschult, gedehnt und gestärkt, sodass langfristig eine Wiederherstellung der physiologischen Muskelbalance und Gelenkfunktion (dreidimensionale stabile Mobilität) sowie eine Entlastung nervaler Strukturen (u.a. durch Neuromobilisation) erreicht und das erneute Auftreten von Schmerzen verhindert wird.

Die Kombination mit Behandlungen aus der physikalischen Therapie, z.B. Fango und Massage oder  der Manuellen Lymphdrainage, der Atemtherapie oder gezielte Übungen für den Beckenboden, erhöht die Wirksamkeit der Manuellen Therapie.

 

Das oberste Ziel der Manuellen Therapie ist die Wiederherstellung von Aktivität und Teilhabe eines jeden einzelnen Patienten im Alltag, Beruf, Sport und Freizeit – entsprechend unserem Arcadia Vita-Motto: die Freude am Leben stärken und eine umfassende physische und seelische Gesundheit entwickeln (Salutogenese).

Nachfolgend sind einige Funktionsstörungen bzw. Beschwerdebeispiele aufgeführt, die durch den Einsatz der Manuellen Therapie deutlich reduziert bzw. beseitigt werden können:

  • Wirbelsäulenprobleme/-blockaden mit/ohne Nervenirritationen bzw. ausstrahlende Symptome (z.B. Einschlafen der Hände, Schmerzen im Bereich des Ischiasnervs, Schmerzausstrahlung entlang der Rippen)
  • Kiefergelenksstörungen (CMD), Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus
  • Narbenverklebungen/-verwachsungen (z.B. nach Bauch-/Thorax-/Gelenk-/WS-Operationen)
  • durch Wirbelgelenkblockierungen ausgelöste vegetative Beschwerden (z.B. Herzklopfen/-rasen, Übelkeit)
  • Arthrose, Verschleißerscheinungen und Dysfunktionen (z.B. Epicondylitis, Piriformissyndrom, Schulterschmerzen)
  • Sportverletzungen (z.B. nach Kreuzbandverletzungen, Meniskusschäden, verstauchte Gelenke, gerissene Bänder, überlastete Sehnen sowie Muskelverletzungen)
  • Nachbehandlungen von Operationen am Bewegungsapparat (z.B. nach Frakturen, Gelenkersatz, Bandscheiben-OP)
  • Schmerzen im Bereich des Fußes (z.B. bei Hallux valgus, Knick-Senk-Spreiz-Fuß)
  • Triggerpunkte
  • Arbeitsunfälle

Degenerative Prozesse führen bei Nichtbehandlung zu fortschreitenden Funktionseinbußen von Gelenken und Muskulatur sowie des Binde- und Stützgewebes (u.a. Faszien, Bänder), wodurch langfristig Schmerzen und Arthrose entstehen.

Die Ursachen für eine Degeneration sind vielfältig und meistens ist es die Summe mehrerer Faktoren, die letztendlich zu mannigfaltigen Problemen am Bewegungsapparat führt.

Regelmäßiges und gezieltes Training bzw. Gymnastik hält nicht nur den Kreislauf in Schwung, sondern auch alle Stoffwechselprozesse, die im Körper ablaufen, damit wir uns gesund und aufrecht bewegen können. Dabei möchten wir Ihnen behilflich sein.

 

CMD – Craniomandibuläre Dysfunktion

Craniomandibuläre Dysfunktion beschreibt eine Funktionsstörung zwischen dem Schädel (Cranium), dem Unterkiefer (Mandibula) - welche zusammen das Kiefergelenk bilden – und den zugehörigen umliegenden Strukturen (u.a. Kaumuskulatur, Kapsel-Band-Apparat, Nerven). Dabei treffen die Zähne des Ober- und Unterkiefers bei der Kaubewegung nicht optimal aufeinander und zwingen das Kiefergelenk in eine unphysiologische Position, wodurch dieses überlastet wird und eine Verspannung der Kaumuskulatur entsteht.

Weitere Bezeichnungen sind: stomatognathische Systemdysfunktion, craniofasciale Dysfunktion, temporomandibuläre Dysfunktion oder Myoarthropathie.

Besteht eine Funktionsstörung des Kiefergelenks, kann dies weitreichende Konsequenzen für den gesamten Bewegungsapparat haben, weshalb CMD-Patienten oftmals eine lange Krankheitsgeschichte und viele Arztbesuche aufweisen, bevor sie diese Diagnose erhalten.

Deshalb schauen wir unsere Patienten genau an, um sie bei Verdacht an einen Facharzt zur weiteren Diagnostik zu verweisen. Dazu zählen neben speziell ausgebildeten Zahnärzten u.a. Kieferorthopäden/-chirurgen, HNO-Ärzte, Psychologen und Orthopäden.

Die Ursachen für CMD sind so vielschichtig wie die Komplexität der Symptome. Nachfolgend sind einige Beispiele aufgeführt:

Mögliche Ursachen:

  • Falsch angepasste Kronen, Brücken oder Zahnersatz (Teil-, Vollprothesen)
  • Verlust von einzelnen Zähnen
  • Fehlbisslagen
  • langes Mundaufhalten beim Zahnarzt
  • traumatische Ereignisse (z.B. Schlag auf den Unterkiefer)
  • Zähneknirschen oder –pressen (sog. Bruxismus; meistens nachts)
  • Angewohnheiten wie das Lippenbeißen, Kauen auf Gegenständen
  • falsche Körperhaltungen im Alltag und Beruf
  • Funktionsstörungen und Fehlstatiken des Bewegungsapparates (Skoliose, Knick-Senk-Spreiz-Fuß, Beinlängendifferenz/Beckenschiefstand)
  • Tumorentfernung Kopf-/Halsbereich
  • Schleudertrauma durch Autounfall
  • Muskel-/Gelenkerkrankungen (z.B. Rheuma)
  • Stress

Folgende Symptome können auf CMD hinweisen:

  • Schmerzen in den Gesichts- und Kaumuskeln sowie im Kiefergelenk
  • Einschränkung der Mundöffnung oder Ausrenken des Kiefergelenks
  • Kiefergelenkknacken/-knirschen beim Kauen
  • 'eingerostetes/steifes' Kiefergelenk, insbes. morgens
  • Schluckstörungen, evtl. Räusperzwang
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Schulter-Nacken-Schmerzen
  • Übermäßiges Knirschen und Pressen mit den Zähnen 
  • Zahnwanderungen und -lockerungen; abgenutzte, gesplitterte, eingekerbte Zähne
  • Schwindel, Ohrgeräusche (Tinnitus), Sehstörungen
  • Ohrenschmerzen
  • Rücken-/Hüft- oder Knieschmerzen
  • rezidivierende Wirbelgelenkblockaden
  • Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen

Therapie

Wir legen besonderen Wert auf eine individuelle und ganzheitliche Behandlung, um unseren Patienten einen adäquaten Umgang mit ihren Beschwerden zu ermöglichen und einen bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen. Grundvoraussetzung ist das Wissen um die Besonderheiten, die diese Diagnose mit sich bringt. Unsere Therapeuten haben dieses Wissen in speziellen Weiterbildungen erlangt und sind in der Lage, Funktionsstörungen im Kausystem zu erkennen und zu behandeln. Dazu gehört eine ausführliche Anamnese und Befunderhebung sowie die Zusammenarbeit und Rücksprache mit dem behandelnden Zahnarzt, damit ein auf den Patienten abgestimmter und individueller Behandlungsplan erstellt werden kann.

Zum Einsatz kommen verschiedene Techniken aus dem Bereich der physikalischen Therapie wie Fangopackung, heiße Rolle und Massagen, spezifische Techniken wie die Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage und Faszientechniken sowie krankengymnastische Übungen zur Stärkung des gesamten Bewegungsapparats, aber auch für die Kiefergelenke selbst, die der Patient zuhause weiter durchführt.

Verordnet der Zahnarzt Manuelle Therapie als Doppelbehandlung, kommen ebenfalls osteopathische Techniken zum Einsatz (craniosacrale/myofasziale Therapie), die im Rahmen der ganzheitlichen Therapie unbedingt zu empfehlen sind.

Falls Sie mehrere der oben aufgeführten Symptome haben, sprechen Sie uns an. Unsere erfahrenen Physiotherapeuten geben Ihnen gern Auskunft.

 

Manuelle Lymphdrainage

Die Lymphdrainage ist eine angenehme Entstauungstherapie, bei der durch sanfte Griffe, Druck- und Entspannungstechniken der Fluss der Lymphe im Körper angeregt wird. Die Lymphe verfügt über keine eigene Pumpe, sondern ist an den Druck des Blutsystems gekoppelt. Daher dauert es manchmal ein wenig bis die Schadstoffe im Blut und das Ödem aus dem Gewebe abtransportiert werden. Mit der manuellen Lymphdrainage kann dieser Prozess beschleunigt werden.

Sie wird oft eingesetzt zur Vor- und Nachbehandlung von Operationen und vor allem als Ödem-  und Entstauungstherapie ödematöser Körperregionen (Körperstamm und Extremitäten), welche durch angeborene lymphatische Erkrankungen (primäres Lymphödem) wie z.B. Lipolymphödem, Lipödem oder auch nach Traumata oder Operationen (sekundäres Lymphödem) entstehen können, z.B. nach Tumorbehandlungen in der Brust (chirurgische Entfernung/Bestrahlung).

 Auch bei Verstauchungen, Zerrungen, Blutergüssen, Knochenbrüchen oder Ödemen bei rheumatischen Erkrankungen hilft die Lymphdrainage.

Das Lymphsystem kann man ebenfalls mit Hilfe eines Lymphtapes unterstützen, z.B. wenn eine längere Therapiepause ansteht. Wir informieren Sie darüber auch auf unserer Website unter „Taping“.

 

Atemtherapie in der Physiotherapie

Viele Menschen leiden aufgrund von Atemwegserkrankungen und anderen körperlichen Einschränkungen an Atemnot. Von gelegentlicher Kurzatmigkeit über Hustenanfälle bis hin zu massiver Atemnot mit Panikattacken sind die Schwierigkeiten beim Atmen sehr breit gefächert. 

Viele von uns haben schon einmal am eigenen Leib erfahren, wie einschränkend es ist, wenn einem die Puste ausgeht. Menschen, die regelmäßig mit Atemproblemen zu kämpfen haben, finden oft wenig oder keine ärztliche und therapeutische Unterstützung und fühlen sich alleine gelassen.

Wir möchten, dass Sie zu Atem kommen mit einem neuartigen Therapiekonzept, das individuell auf Sie zugeschnitten wird:

  • Befundung:

ausführlicher Atembefund, der auch beinhaltet, dass Sie sich über Ihre persönliche Art zu atmen bewusst werden

  • Atemtherapie:

Übungen zur Atemverbesserung, Schmerzlinderung, Entspannung und zum Stressabbau, Anleitung zum selbstständigen Üben; Verbindung zwischen Atmung und Haltung und Bewegung verbessern.

  • Manuelle Therapie und osteopathische Techniken:

Lösen von Blockaden, Schonhaltungen und Verklebungen des gesamten Bewegungsapparates, z.B. im Bereich des Kiefergelenks, des Zwerchfells und Brustkorbs, im Bauchraum und an der Wirbelsäule.

  • weitere Atemtherapie:

 Bienenstockluft als Ergänzung und Unterstützung

 

Beckenbodengymnastik - Stabilität und Sicherheit aus der Mitte

Der Beckenboden, von dem viele gehört haben und über den wenige etwas Genaueres wissen, ist ein großer Muskel, der immens wichtig ist für die Statik des Körpers.

Er stabilisiert das Becken und gewährleistet  die korrekte Ausrichtung der unteren Wirbelsäule. Im Bauchraum ist der Beckenboden an der Aufhängung der Organe beteiligt. Des Weiteren kann man ihn, in der Körpermitte angesiedelt, als wichtige Schaltstelle der Muskulatur bezeichnen. Er verknüpft oben mit unten und innen mit außen.

Einschränkungen der Funktionalität kann es nicht nur als Folge von Schwangerschaften und Entbindungen geben. Auch jegliche Erkrankung und Verletzung im Bauch- und Beckenraum sowie generell statische Veränderungen können die Arbeit des Beckenbodens korrumpieren. 

Es ist leicht vorstellbar, wie mannigfaltig die daraus resultierenden Störungen im Körpergefüge sein können. Mit Inkontinenz und chronischen Rückenschmerzen seien nur zwei genannt.

Aber wie jeder andere unserer Muskeln kann auch der Beckenboden auftrainiert und in seiner Funktion verbessert werden. Bei leichten Einschränkungen werden Sie nach drei Wochen gezielten Trainings eine Verbesserung verzeichnen können. Bei deutlicheren Einschränkungen benötigen Sie womöglich etwas mehr Geduld.

 Wir erarbeiten mit Ihnen zusammen Ihr persönliches Übungsprogramm, mit dem Sie dann zuhause selbstständig arbeiten können. Nach Anamnese und Befundung lernen Sie Ihren Beckenboden gezielt anzuspannen und zu entspannen. Beckenbodenübungen werden im Sitzen, Stehen, Gehen, Liegen und Vierfüßlerstand durchgeführt, so dass Sie Ihre Übungen flexibel in Ihren Alltag einbauen können.

 

Faszientechniken / osteopathische Techniken

Faszien bzw. Faszientherapie, auch unter dem Begriff 'Bindegewebe/Bindegewebstherapie' bekannt, haben in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen, insbesondere im Bereich der Schmerztherapie und im Leistungssport. Aber auch im Alltag und Freizeitsport steigert sich der Bekanntheitsgrad. Dies ist u.a. dem führenden deutschen Faszienforscher Robert Schleip nebst einigen Kollegen zu verdanken, der durch seine Forschungen mit den faszinierenden Strukturen z.T. alte Vermutungen bestätigt und viele neue Erkenntnisse gewonnen hat.

Andrew Taylor Still (1828-1917, Feldarzt/Naturheiler), Begründer der Osteopathie, erwähnte als einer der Ersten, dass das fasziale Bindegewebe als eigenes Sinnesorgan zu betrachten sei und mit Nerven durchzogen/versorgt wird. In eigens durchgeführten Studien entdeckte er, dass durch Manipulation des Gewebes (Druck, Massage) oder sogar bloßes Handauflegen sich Spannungen im Gewebe beeinflussen ließen und eine Reduzierung des Schmerzes herbeiführten.

Faszientechniken können bei allen akuten und chronischen Funktionsstörungen und Schmerzen von geschulten Therapeuten durchgeführt werden.

Was sind Faszien und welche Aufgaben haben sie?

Faszien bestehen zum Großteil aus den Grundbausteinen des Lebens, nämlich Proteinen (Kollagen, Elastin) und Wasser. Dabei bestimmt die Funktion der Faszien die jeweilige Zusammensetzung und Struktur, die mal lockerer oder auch sehr fest mit hohem oder niedrigem Wasseranteil sein kann.

Alle oberflächlichen und tiefen Strukturen unseres Körpers sind von gegeneinander spiralförmig verlaufendem faszialen Bindegewebe durchzogen und umhüllt, weshalb es in mancher Literatur auch als Hüllensystem bezeichnet wird. Es gibt uns unsere äußere Form, stützt den Bewegungsapparat, umhüllt Muskelfasern, sorgt für eine Grundspannung in der Muskulatur und überträgt die Kraft, stützt Gelenke und hält Organe an ihrem Platz.

Ist das Fasziensystem gesund, besitzt es enorme mechanische Eigenschaften. So ist die Zugfähigkeit höher als die von Stahl bei gleichzeitiger hoher Flexibilität. Es reagiert somit auf Druck- und Zugbelastungen und passt sich seinen Anforderungen entsprechend an.

Weitere Bestandteile sind Fibroblasten (Bindegewebszellen, die Kollagen und Elastin sowie Enzyme und Botenstoffe zur Kommunikation untereinander herstellen), Lymph- und Immunzellen, Zuckermoleküle/Hyaluronsäure (binden Wassermoleküle), Blutgefäße und Nervenendigungen (Rezeptoren, Sensoren) – in ihrer Gesamtheit auch Matrix genannt.

Das Wasser fungiert als Transportmedium für Nährstoffe zur Zellversorgung und ist mit dem Lymphsystem für den Abtransport von Stoffwechselendprodukten bzw. "Gewebemüll" zuständig, sodass eine optimale Gleitfähigkeit der verschiedenen Gewebsfasern untereinander gewährleistet ist. Das Bindegewebe speichert bis zu einem Viertel des gesamten Körperwassers, welches mit zunehmendem Alter abnimmt, wodurch die mechanischen Eigenschaften nachlassen und die Kollagenfasern allmählich verfilzen – die Gleitfähigkeit sinkt. Jedoch ist es in der Lage sich ständig zu erneuern, wobei dieser Prozess relativ langsam verläuft. Nach circa einem Jahr ist ungefähr die Hälfte der Kollagenfasern ausgetauscht.

Aufgrund der hohen Anzahl an Rezeptoren und Sensoren wird unser Fasziensystem auch als eigenständiges Sinnesorgan bezeichnet und ist maßgeblich an unserer Körperwahrnehmung beteiligt. Es meldet Informationen über Lage, Spannung, Bewegung, Druck, Zug und Schmerz ans Gehirn sowie das vegetative Nervensystem. Es ist in der Lage sich eigenständig zusammenzuziehen, insbesondere bei Stress bzw. hormonellen Schwankungen und hat Einfluss auf die Organtätigkeit.

Dies könnte eine Erklärung sein, weshalb Schmerzen oder z.B. Verdauungsprobleme entstehen bzw. sich verstärken, wenn wir gestresst, unzufrieden oder traurig sind.

Wirkung der Faszientherapie

Faszien stehen in permanentem Kontakt zu ihrer Umgebung und passen sich durch ständigen Umbau ihrer Kollagen- und Elastinfasern an die aktuellen Gegebenheiten an. Wird eine Faszie einer bestimmten Belastung ausgesetzt, z.B. durch psychischen Stress, Operationen, Schonhaltungen und/oder Bewegungsmangel, wird sie mit einer Verdickung/Verfilzung ihrer Struktur reagieren (die große Lumbalfaszie und Nackenfaszie sind hierfür besonders anfällig) – die Grundlage für die Entstehung von Funktionsstörungen und Schmerzen in unserem Körper.

Die Faszientherapie löst die Verklebungen und Verfilzungen der Fasern und reduziert die zu hohe Gewebespannung. Hierbei kommen verschiedene gezielte direkte (z.B. gegeneinander Verziehen/Verschieben) und indirekte Techniken (z.B. fascial release) zum Einsatz, deren Intensität abhängig von der zu behandelnden Struktur und ihrer Spannung ist. Die Regulierung der Gewebespannung führt dazu, dass körpereigene Botenstoffe ausgeschüttet werden, die eine entzündungshemmende Wirkung haben 

Ziele der Faszientherapie:

  • Lösen von Gewebsverklebungen/-verfilzungen
  • Schmerzlinderung und -beseitigung
  • Verbesserung des Stoffwechsels, Lymphflusses, Flüssigkeitsaustauschs und der Durchblutung
  • Wiederherstellung einer physiologischen Gewebespannung und Muskelbalance
  • Wiederherstellung einer physiologischen Gelenkbeweglichkeit
  • Verbesserung der Körperwahrnehmung/ des Körpergefühls
  • Stärkung der Eigenverantwortlichkeit durch individuelles Training und bewusstere Lebensführung

Allem voran steht natürlich eine ausführliche Anamnese und Befunderhebung, um dann gemeinsam mit dem Patienten einen individuellen und zielgerichteten Behandlungsplan zu entwickeln.

Wenn Sie von diesen Strukturen auch so fasziniert sind wie wir und mehr erfahren möchten, beantworten wir gern Ihre Fragen!

 

Sportmassage

Unter Sportmassage wird allgemein die Anwendung der sogenannten klassischen Massage im Rahmen des sportlichen Trainingsprozesses vor, während und nach dem Wettkampf verstanden. Sie wird zur Verbesserung der sportlichen Leistung eingesetzt. 

Man teilt die Sportmassage in 3 Klassen ein:

  • Vorbereitungsmassage
  • Zwischenmassage
  • Regenerationsmassage

Die Wirkung der Sportmassage ist vielseitig:

  • lokale und großflächige Hyperämie (Durchblutung)
  • Verschiebung von Gewebs- und Gefäßflüssigkeiten 
  • Stoffwechselsteigerung 
  • Tonusregulation  der Gefäße und Muskulatur 
  • reflektorische Wirkung auf Atmung, Herztätigkeit, Blutdruck, Stoffwechsel, Nierenfunktion
  • schmerzlindernde Wirkung
  • Lösung von Narben- und Gewebsverklebungen 
  • psychische Wirkung

Vorbereitungsmassage:
Bei der Vorbereitungsmassage beschränken wir uns auf die für die jeweilige Sportart wichtigsten Muskelgruppen. Die Ziele dabei sind Durchblutungssteigerung, Verbesserung der Verschiebbarkeit des Gewebes, Tonusregulation und physische Stimulation.

Zwischenmassage:
Bei der Zwischenmassage steht die Lockerung und Regeneration der beanspruchten Muskulatur im Vordergrund, es sollte aber keine Detonisierung erfolgen. Die Massage wird meistens verwendet, wenn der Sportler sich gerade im Wettkampf befindet.

Regenerationsmassage:
Die Regenerationsmassage erfolgt nach den aktiven Maßnahmen, oft in Kombination mit anderen physikalischen Maßnahmen wie z.B. Sauna, Wannenbad etc. Hierbei werden die Durchblutung und der venöse und lymphatische Rückfluss gefördert, um eine Übersäuerung der Muskulatur bzw. einen Muskelkater zu vermeiden.

 

Hausbesuche

Wenn Sie nicht mehr so mobil sind, dass Sie unsere Praxis besuchen können, kann Ihnen Ihr Arzt auch die Therapie als Hausbesuch verordnen und wir behandeln Sie zuhause. 

 

Rufen Sie uns an und wir können einen Termin vereinbaren.